Holzschutzmittel ohne Biozide, was ist das?

Das Baumaterial Holz wird seit Menschengedenken für Gebäude, Möbel und in der Gartenanlage eingesetzt. Holz vereint viele positive Eigenschaften in einem Material. Es ist bei richtiger Pflege sehr lange haltbar, es weist eine hohe Druckfestigkeit auf und hat gleichzeitig eine hohe Flexibilität, seine diffusionsoffene Beschaffenheit sorgt für ein gutes Raumklima, es dämmt den Schall und eignet sich durch schlechte Wärmeleitfähigkeit gut zur Wärmedämmung. Diese Eigenschaften machen das Holz sehr beliebt.

Holz ist jedoch nicht gleich Holz. Das Holz der vielen unterschiedlichen Baumarten unterscheidet sich nicht nur in der Farbe, oder der Maserung, sondern auch z.B. hinsichtlich der Beständigkeit gegenüber äußeren Einflüssen. Die Hölzer werden in verschiedene Dauerhaftigkeitsklassen eingeteilt Soll das gefällte Holz weiterverarbeitet werden, verliert es seinen natürlichen Schutz die Rinde. Der Mensch muss das Holz jetzt anderweitig schützen. Wurde das richtige, für seinen Einsatzzweck passende Holz gefunden, wird zunächst der konstruktive Holzschutz in die Fertigungsplanung einbezogen. Meistens reichen Dachüberstände, Tropfkanten etc. nicht aus, um das Holz ausreichend zu schützen und es müssen zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden.

An dieser Stelle kommen die Holzschutzmittel zum Einsatz. Holzschutzmittel enthalten nach offizieller Definition Biozide. Vor allem wenn es um das Thema nachhaltiges Sanieren, oder ökologisches Bauen geht, möchte man deren Einsatz jedoch verhindern, oder zumindest stark minimieren. Es gibt aber auch Holzschutzfarben ohne Biozide, mit denen man das Holz nicht nur farblich gestalten, sondern auch vor Feuchte, UV-Strahlung und Insekten schützen kann. (Erkennen kann man biozidhaltige Farben z.B. an dem Aufdruck: "Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.“) Der Markt wird überflutet von Farben verschiedener Hersteller. Bevor man losgeht und irgendeine Farbe kauft, ist es ratsam sich im Vorfeld ein paar Informationen einzuholen und sich Gedanken darüber zu machen, was man genau von der Farbe erwartet, bzw. welche Anforderungen sie erfüllen muss.

Die erste und wichtigste Überlegung die hier angestellt werden muss, ist wogegen das Holz geschützt werden muss!?!

UV-Strahlung

Die UV-Strahlung lässt das Holz vergrauen und zerstört das Lignin im Holz, welches für die Stabilität und Festigkeit des Holzes verantwortlich ist. Holz das verstärkt der Sonnenstrahlung ausgesetzt ist, braucht einen UV-Schutz (Es sei denn, eine vergraute Oberfläche gefällt! Diese Patina bietet nämlich auch einen natürlichen Schutz)

Wasser

Wasser lässt das Holz quellen und zusammen mit der UV-Strahlung kann es zum völligen Zerfall der Zellstruktur kommen. Das Wasser kann hier z.B. in Form von Regen, Luftfeuchtigkeit oder Bodenfeuchte auftreten. Ausserdem entstehen durch das Quellen Risse im Holz, welche eine perfekte Umgebung für Pilze, Fäulnis und Insekten bieten.

Schmutz

Schmutz ist nicht nur ein optisches Manko, sondern bietet auf der Holzoberfläche eine Nahrungsgrundlage für Pilze und Bakterien.

Mechanische Belastung

Vor allem im Innenbereich müssen Treppen und Holzbodenbeläge einen speziellen Schutzanstrich bekommen, der sie vor unseren „Tritten“ schützt.

Insekten und Mikroorganismen

Diese Lebewesen (Holzwespen, Holzameisen Holzwurm, Hausbock, Splintholzkäfer) können sich vor allem im und am vorgeschädigtem Holz prächtig entwickeln, vermehren und das Holz noch weiter schädigen. Weitere Überlegungen können z.B. sein, welche dekorativen Erwartungen erfüllt werden sollen, Streichbarkeit, Trocknungszeit, Geruchsentwicklung, Haltbarkeit gegenüber Reinigungsmitteln,… Wenn diese Fragen beantwortet sind, kann es losgehen!


Holzschutzfarben können sehr unterschiedlich zusammengesetzt sein und können anhand ihrer Inhaltsstoffe in Gruppen eingeteilt werden. Eine erste und auch wichtige Einteilung kann danach erfolgen, ob das Produkt wasser-, oder lösemittelbasiert ist.

Wichtige Produkt- Vor-, bzw. Nachteile, werden hierdurch festgelegt. Aufgrund immer schärfer werdender gesetzlicher Vorgaben (z.B. VOC- Richtlinie), stellen viele Hersteller ihr Sortiment verstärkt auf wasserbasierte Produkte um. Farben auf Wasserbasis sind im Innenbereich z.B. als Wandfarbe auf Vertäfelungen vorzuziehen. Natürlich riechen sie viel weniger und sind weniger gesundheitsschädlich, aber auch die schnelleren Trocknungszeiten und die leichte Anwendbarkeit sind als Vorteile nicht zu unterschätzen.

Wenn sie die DIN EN 71-3 erfüllen, können sie auch für Kinderspielzeug und Möbel eingesetzt werden.

Den Vorteilen stehen leider auch Nachteile gegenüber. Die Herstellerangaben hinsichtlich der Verarbeitung müssen sehr genau eingehalten werden. Vor allem wenn es um die Verarbeitungstemperaturen geht, sind die Toleranzgrenzen signifikant kleiner. Wasser- und Harzflecken können schlechter abgedeckt werden.

Anders sieht es bei den lösemittelbasierten Farben aus. Wasser- und Harzflecken können sehr viel besser abgedeckt werden und die Oberfläche wird dadurch, dass sich die Fasern nicht so stark aufrichten bedeutend glatter.
Nachteilig für den Einsatz der lösemittelbasierten Holzschutzfarben ist jedoch der Geruch. Es gibt aromatenfreie Farben, die die Gesundheit weniger belasten, doch auch diese dünsten aus und sollten nur im Freien z.B. als Fassadenfarbe angewendet werden. Ebenfalls nachteilig für den Umgang mit lösemittelhaltigen Holzschutzfarben ist das Reinigen und Aufbewahren der Arbeitsutensilien wie Pinsel etc.. Die Pinsel müssen nach dem Gebrauch mit Lösemitteln gereinigt werden und Farbspritzer sind nur sehr schlecht zu entfernen.

Die nächste Möglichkeit zur Einteilung der Farben bilden die Bindemittel. Die Bindemittel werden in 3 Kategorien eingeteilt.

HauptgruppeUntergruppeBeispiele
NaturstoffeTierische oder pflanzliche Leime
(Sie sind wasserlöslich und
härten/ trocknen durch die Verdunstung des Wassers)
Gelatine
Milchsäure-Casein
Stärke
Cellulose
Pflanzliche Öle*
Verharzen (sie enthalten fast immer Trockenstoffe um
schneller zu trocknen/ zu verharzen)
Dringen tief in das Holz ein und sind für Innen und Außen
geeignet
Leinöl/ Leinölfirnis
Rizinusöl
Safloröl
Harze*
Verharzen
Schellack
Balsamharze
Wachse*Bienenwachs
Abgewandelte
Naturstoffe
Celluloseleim,
Leinölfirnis,
Kolophonium-
Glycerinester,
Chlorkautschuk,
Cellulosenitrat
KunststoffeAlkydharze, Acrylate,
Siliconharze, usw.
* = werden auch als Naturharzfarben oder Naturharzdispersionen bezeichnet

Die Tabelle bietet nur einen kleinen Auszug aus den Bindemitteln. Vor allem die Gruppe der Kunststoffe ist sehr vielfältig und es kommen ständig neue Entwicklungen, wie z.B. die NQG (Nano-Quarz-Gitter)- Technologie oder die PU- verstärkten Farben, hinzu.

Eine Besonderheit der Leinölfarben sind die Schlammfarben welche ein Gemisch aus Leinöl, Wasser, Weizenmehl und Pigmenten sind und vor allem im skandinavischen Raum als Fassadenfarbe für Aussen eingesetzt werden. Sie eigenen sich nur für sägeraues Holz, weil sie auf glattem, gehobeltem Holz nicht genügend Halt finden.

Von den in der Tabelle genannten Leimen oder Leimfarben sind die Cellulose- oder Caseinfarben die bekanntesten Dispersionsfarben.

Die Caseinfarben können z.B. mit Naturölen vergütet werden um sie geschmeidiger und leichter streichbar einzustellen. Wird dieser Mischung auch noch Kalkmilch zugesetzt, erhält man eine weitgehend wetterfeste Farbe.

Des weiteren können Holzschutzfarben folgende Inhaltsstoffe enthalten:

Farbmittel (Pigment oder löslicher Farbstoff)
Füllstoff
Verdickungsmittel
Dispergiermittel
Konservierungsmittel…


Genauso vielfältig wie die Zusammensetzung der Holzschutzfarben, sind auch deren Einsatzbereiche. Die wichtigsten Fragen die bei der Auswahl der Farbe geklärt werden müssen, sind welche Holzart, bzw. welcher Holzwerkstoff (s.1.) eingesetzt werden soll und wo bzw. wie (s.2.) das Material eingesetzt werden soll.

1.

Worauf soll die Farbe benutzt werden?Beispiele
HolzwerkstoffWPC/ Resysta/ Bambus
Holzwerkstoffplatten
Z.B.: Sperrholz, Bau- und Furnierholz und
Furnierschichtholz
HolzartHolzart


Welche Anforderungen werden an die Maßhaltigkeit der Untergründe gestellt?

Die Auswahl der richtigen Holzbeschichtung orientiert sich nach dem Kriterium der Maßhaltigkeit. Diese definiert, wie stark ein Holzbauteil seine Maße durch Quellen und Schwinden verändert bzw. verändern darf. Unterschieden werden nicht maßhaltige, begrenzt maßhaltige und maßhaltige Holzbauteile, die jeweils darauf ausgerichtete Beschichtungsaufbauten erfordern.

2.
Maßhaltige Bauteile
z.B. Fenster und Türen aus Holz
Maßänderung in nur sehr begrenztem Umfang
zugelassen
Begrenzt maßhaltige Bauteile z.B.
Holzverkleidungen, Fensterläden, Tore und
Fachwerk
Maßänderung nur inbegrenztem Umfang
zugelassen
Nicht maßhaltige Bauteile z.B. Verbretterungen,
Zäune, Schindeln, Balkonbrüstungen und
Pergolen
Maßänderung nicht begrenzt


Holzfarbe für masshaltige Bauteile sollte nur auf masshaltigen Konstruktionen eingesetzt werden! Es könnte sich sonst Feuchtigkeit unter dem Anstrichfilm stauen. Dies könnte zu Abplatzungen in der Oberfläche führen, oder unter der Farbschicht kann es zur Fäulnisbildung kommen. Diese Fäulnisbildung kann je nach Holzart unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Wie stark wird der Untergrund (Holz) bewittert bzw. beansprucht?

Hier bietet die Tabelle Beanspruchungsbedingungen nach DIN EN 927-1 einen guten Anhaltspunkt:

 KlimabedingungenKlimabedingungenKlimabedingungen
Konstruktiongemäßigtstrengextrem
geschütztschwachschwachmittel
teilweise geschütztschwachmittelstark
nicht geschütztmittelstarkstark
s. Bild Klimabedingungen

Egal auf welchem Untergrund, oder in welcher Umgebung die Farbe sich bewähren muss, keine Beschichtung hält ewig. Die Haltbarkeit ändert sich jedoch je nach Umgebungs-, Beanspruchungs- und Untergrundbedingungen. Die Standzeiten reichen von wenigen Monaten bis zu mehr als zehn Jahren. (s.Bild Tabelle 1)


Jahrzehntelang wurden Biozide nach dem Motto eingesetzt „viel hilft viel“, leider ohne Rücksicht auf die Gesundheit, oder die Umwelt. Diese Zeiten in denen Holzschutzmittel mit Bioziden, insbesondere von Laien wahllos eingesetzt werden sind Gottseidank vorbei!

Die Auswahl der Farben, die ohne Biozide auskommen und dabei schützende Funktionen erfüllen, ist groß. Auch im Aussenbereich kann weitgehend auf biozidhaltige Farben verzichtet werden, wenn man einige konstruktive Maßnahmen beachtet und das richtige Holz auswählt. Es gibt ständig neue Entwicklungen die die Gesundheit und die Umwelt schonen. Wenn man sich darüber klar ist, dass keine Holzbeschichtung für die Ewigkeit hält, kann doch auch eine biozidfreie Farbe genommen werden!?

Werden alle biozidfreien Maßnahmen ausgenutzt, ist die Beschichtung gut verarbeitet und werden regelmäßige Renovierungsintervalle eingehalten, kann das Holz „ewig“ bestehen. Vor allem in Innenräumen haben giftige Holzschutzmittel nichts verloren. Die Umgebungsbedingungen in bewohnten Räumen sollten ausreichen, einem Befall des Holzes durch Schädlinge vorzubeugen. Fast alle Pilze brauchen zum Wachstum eine Holzfeuchte von 20%. Diese Werte sind in beheizten Räumen nahezu utopisch. Viele große Hersteller setzen im Innenbereich auf Holzwachse und Öle. Wachse gibt es in vielen verschiedenen, auch grellen und leuchtenden Farbtönen, wobei die Intensität der Farbe meistens über die Anzahl der Farbaufträge gesteuert wird. Der Glanzgrad kann ebenfalls je nach eingesetztem Produkt gesteuert werden. Die so entstandenen Oberflächen sind wasser- und schmutzabweisend und besitzen teilweise eine sehr gute Wischfestigkeit und einen guten Fleckenschutz. Einige Hersteller dieser Wachse werben damit, dass ein Renovierungsanstrich ohne vorheriges anschleifen erfolgen kann.

Holzlasuren lassen die natürliche Holzmaserung durchscheinen und sind nur leicht pigmentiert. Holzfarben dagegen sind hoch pigmentiert und dementsprechend auch hoch deckend. Deckende Farben benötigen im Außenbereich meistens erst nach längerer Zeit einen Renovierungsanstrich und sind den Lasuren, vor allem an stark bewitterten Flächen vorzuziehen.


„Die beste Farbe ist nur so gut wie ihre Verarbeitung“! Wenn man dies im Hinterkopf behält, kann das Ergebnis nur gut werden.

Um sich hinterher Reinigungsarbeit zu ersparen, sollten alle nicht zu streichenden Flächen, sowie der Boden gut abgeklebt, bzw. abgedeckt werden.

Wenn die Oberfläche noch abgeschliffen werden muss, um eine glatte von alten Anstrichen befreite Oberfläche zu erhalten, ist es wichtig die Schleifstaubreste gründlich zu entfernen. (Verwitterte Holzflächen sollten nie direkt überstrichen werden, Holzfasern ragen aus der Oberfläche heraus und ziehen das Wasser wie Strohhalme auf!) Vor dem Streichen muss die Holzoberfläche völlig in Ordnung sein: also trocken, sauber, staub-, fett-, öl-, wachs- und salzfrei. Für einige Farben muss besonders auf die Holzfeuchte geachtet werden. Harze und Harzgallen entfernen.

In vielen Fällen ist eine Grundierung vor dem Farbanstrich sehr empfehlenswert. Je nach Holzart und verwendeter Farbe, sollte eine Grundierung vor allem im Aussenbereich erfolgen. Viele Hersteller bieten Systemlösungen, die perfekt aufeinander abgestimmt sind an. Im Internet sind viele s.g. Quickfinder zu finden (z.B. Remmers: Beschichtingssysteme für Holz im Aussenbereich/Innenbereich)

Sind die Vorarbeiten erledigt, wird die Holzfarbe anschließend. mit einem Zug in Faserrichtung gestrichen. Nach entsprechender Trocknungszeit kann noch ein zweiter Anstrich aufgetragen werden (Nach der ersten Farbschicht, kann die Farbe nochmal angeschliffen werden).

Die Trocknungszeit ist je nach verwendetem Produkt sehr unterschiedlich. Farben auf Alkydharzbasis trocknen oxidativ, das heißt sie benötigen viel frische Luft um auszuhärten. Die Dauer der Trocknung ist meistens deutlich höher, als bei Acrylharzfarben auf Wasserbasis.

Einige Farben sind spritzfähig eingestellt, was den Arbeitsaufwand deutlich mindert und die Arbeitszeit verkürzt. Je nach Herstellerangabe können entsprechende Spritz-Systeme zur Hilfe genommen werden.
(Genauere allgemeine Informationen findet man im BFS- Merkblatt Nr. 18- dauerhafter Holzschutz mit Beschichtungsstoffen)


Zu einer angemessenen Schutzausrüstung sollten immer Handschuhe, Schutzbrille und die entsprechende Schutzleidung (Hose, Anzug, Overall, etc.) gehören. Ein Atemschutz kann je nach Produkt, Hersteller und Auftragsart von Nöten sein.

Genaue Informationen zu den Schutzmaßnahmen sind in den technischen Merkblättern (TM) und den Sicherheitsdatenblätter (SIDA) der jeweiligen Hersteller zu finden.


Mit dem Heißluftföhn wird die Farbe punktuell erhitzt und lässt sich mit einem Spachtel an der erhitzten Stelle leicht abschaben. Bei dieser Methode ist vor allem darauf zu achten, dass das drunterliegende Holz durch die Hitze nicht angesengt oder beschädigt wird. Es ist darauf zu achten, dass man diese Tätigkeiten im Idealfall im Freien, oder zumindest in gut belüfteten Räumen durchführt.

Eine weitere Möglichkeit stellt das Abbeizen dar. Es wird ein Abbeizer verwendet, der die Farbe löst.

Es werden lösungsmittelhaltige Produkte benutzt, die auf das gestrichene Holzstück aufgetragen werden und anschließend einwirken müssen. Das Holz quillt auf und die Farbe kann mit einem Spachtel abgetragen werden.

Häufig wird eine alte Farbe mit einem Schleifgerät entfernt. Diese Methode ist jedoch sehr Zeit und kraftaufwendig, vor allem wenn die Farbe für große Flächen z.B. als Wandfarbe eingesetzt wurde.

Beim Entfernen der Holzfarbe ist es besonders wichtig, dass das passende Produkt sowie die passende Methode angewendet werden. Ein Fachmann kann vor Ort feststellen welche Methode zum Entfernen der Holzfarbe die geeignetste ist und kann noch auf andere Möglichkeiten zurückgreifen. Das Holz kann so perfekt auf den neuen Anstrich vorbereitet werden.


Diese Frage stellt sich wohl so ziemlich jedem Renovierer. Hier gibt es allerdings keine allzu großen Hürden. Restentleerte Gebinde, auch mit eingetrockneter Farbe lassen sich über unser Recycling-System einfach mit dem Hausmüll entsorgen. Die entsprechenden Angaben hierzu findet man häufig auf dem Gebinde selbst oder aber auf Anfrage beim Hersteller. Hingegen sind Gebinde mit Inhalt (mengenunabhängig) häufig nur als „ Sondermüll“ über die örtlichen Entsorgungsstellen zu entsorgen. Hierbei sollten Sie sich im Vorfeld informieren, wo sich die nächstgelegenen Sammelstellen oder Wertstoffhöfe in Ihrer Nähe befinden. Wenn es in Ihrer Nähe keine solche Sammelstelle gibt, so haben Sie meist die Möglichkeit über den ortsansässigen Entsorger in Erfahrung zu bringen, wo und wann eine Sondermüllabfuhr stattfindet.

Bevor Sie jedoch Ihre gesamte Holzfarbe zur Entsorgung geben, sollten Sie sich noch einmal Gedanken darüber machen, ob nicht doch in naher Zukunft Ausbesserungsarbeiten an Fensterrahmen, Vertäfelungen etc. stattfinden sollen und genau dieser Farbton dafür gebraucht wird.


Es gibt viele Möglichkeiten das Holz ohne den Einsatz von Bioziden zu schützen. Von der Wahl der Richtigen Holzart und baulich konstruktive Maßnahmen, sowie in einigen Bereichen auch thermische Verfahren, bis hin zu chemische Modifikationsverfahren (Acetylierung, Furfurylierung, Melaminharzbehandlung, Holzvernetzung, Behandlung mit siliciumhaltigen Verbindungen) gibt es einige Möglichkeiten den Einsatz von Bioziden zu vermeiden, oder zumindest zu verringern.
Nicht nur viele neue Richtlinien und Verordnungen reduzieren die eingesetzten Biozidmengen, auch das Bewusstsein der Verbraucher ändert sich und die ökologischen Aspekte beim Holzschutz nehmen zu.


Lacke


1. Über das Portal www.lackieren-lassen.com können diverse Farben angefragt werden.
2. Im gut sortierten Fachhandel / Malerfachhandel
3. Im Baumarkt
4. Beim Maler direkt
5. Im Internet

DIN 68861
DIN EN 12720
Der blaue Engel
DIN EN 71/3 Sicherheit für Kinderspielzeug
DIN 53160
ISO 16000-28
BFS- Merkblatt Nr. 18


1Gibt es Holzschutzfarben die ohne Grundierung benutzt werden können?
Es gibt einige Produkte, die damit werben ohne Grundierung benutzt werden zu können, oder die Grundierung schon zu beinhalten sogenannte 2 in 1-, oder sogar 3 in 1- Produkte. Es gibt jedoch einige gute Gründe die für eine Grundierung sprechen.
- die Grundierung ist ein Haftvermittler zwischen Untergrund und Oberflächenmaterial. Wichtig ist hier, dass Farbe und Grundierung zusammenpassen.
- sie Schützt vor Holzverfärbungen.
- sie bewirkt einen Auffüll-Effekt der Holzzellen.
- die Grundierung imprägniert das Holz und schützt es vor Nässe.
- die Farbe ist anschließend leichter streichbar.
- sie verbessert die Haltbarkeit der Folgeanstriche.
- sie dringt besonders tief ein.
- sie ist atmungsaktiv, weil sie offenporig ist.
2Kleiner Überblick über die am Markt verfügbaren Grundierungen!
Bläueschutzgrund:
Es handelt sich hierbei um eine farblose Grundierung nur! für den Außenbereich. Sie soll erstens das Eindringen von Wasser verhindern und zweitens natürlich das Wachstum der Bläuepilze verhindern. Die unbehandelte Fichte, sollte mit einem Bläueschutz als Witterungsschutz behandelt werden. Der Bläuepilz selbst schädigt das Holz nicht, sorgt aber für eine etwa doppelt so hohe Wasseraufnahme des Holzes und verfärbt das Holz auf eine unschöne Weise. Bläueschutz ist mit Bioziden ausgestattet und darf nur streng nach Gebrauchsanweisung für den deklarierten Zweck eingesetzt werden. In vielen anderen Grundierungen (etwa Holzschutzgrund) ist der Bläueschutz ein wichtiger Bestandteil.
Imprägniergrund:
Der Imprägniergrund ist mit einem Schutz vor Fäulnis, Bläue, Insekten und Termiten ausgestattet. Er ist farblos, quellbeständig und wirkt feuchtigkeitsregulierend. Imprägniergrund findet vor allem bei statisch beanspruchten Hölzern im Aussenbereich Anwendung. Das mit ihm imprägnierte Holz ist für alle Nachanstriche geeignet. Imprägniergrund gibt es meistens nur in kleinen Gebinden für den Endverbraucher.
Isoliergrund:
Der Isoliergrund enthält zusätzlich weiße Pigmente. Der Isoliergrund hat die Aufgabe den Endanstrich vor holzeigenen Inhaltsstoffen zu schützen. Im Laufe der Zeit können diese aus dem Holz, an die Farboberfläche wandern und dort zu unschönen Verfärbungen führen. Nötig ist ein Isoliergrund vor allem bei Hölzern, die viele Inhaltsstoffe vorweisen, etwa die Lärche oder viele Tropenhölzer mit einem hohen Gehalt an ätherischen Ölen. Bei den grünlich oder bräunlich verfärbten KDI- Hölzern wird häufig auch ein Anstrich mit Isoliergrund empfohlen
MDF-Grundierung:
Die im Möbelbau gerne eingesetzten MDF- Platten, brauchen eine spezielle, eigene Grundierung. So praktisch sie auch sind, besitzen sie doch zwei „Schwachstellen“. Die Oberflächen der MDFPlatten sind extrem glatt und bilden eine schlechte Haftgrundlage für die Farbe. Die Grundierung wirkt diesem Problem als Haftvermittler entgegen. Eine weitere „Schwachstelle“ sind die Kanten der Platten, sie sind sehr saugfähig und die Grundierung muss regulierend auf die Saugfähigkeit wirken. Die MDF-Grundierung wird im Innenbereich wie fast alle Grundierungen mit der Lackrolle verarbeitet.
Vorstreichfarbe:
Im Innenbereich ist eine Grundierung mit einer Vorstreichfarbe wichtig, um eine perfektes Farb/- Lackergebnis zu erzielen. Die Poren des Holzes sollen aufgefüllt werden und gleichzeitig soll eine so fein angeraute Oberfläche entstehen, die mit bloßem Auge nicht zu sehen ist, aber eine perfekte Rauheit für den nachfolgenden Lackanstrich bietet. Häufig sind diese Vorstreichfarben auch für andere Untergründe geeignet.
Schnellschliffgrund:
Eine farblose Grundierung meistens auf der Basis von Kunstharzen ist der Schnellschliffgrund oder Schnellschleifgrund. Er wird für Möbel im Innenbereich eingesetzt und soll helfen dass die Farbe vom Holz gleichmäßiger aufgesogen wird und dadurch eine glatte Oberfläche entsteht. Es handelt sich hierbei um eine schnelltrocknende, füllkräftige, haftverbessernde Grundierung zum versiegeln von Kanten und Holzflächen. Wichtig ist für die nachträglich folgenden Lackschichten, dass hier nur Nitro,- oder Nitrokombilacke verwendet werden können. Der Schnellschliffgrund ist grundsätzlich für alle Holzarten geeignet. Bei Hölzern mit einem hohen Anteil an Inhaltsstoffen kann sich die Trocknung allerdings verzögern.
3Wie lange dünsten Holzschutzmittel aus?
Einige der Giftstoffe sind schwerflüchtig. Ihre Rückstände sind noch sehr lange im Holz nachweisbar. Einzelne dieser Moleküle können auch noch nach Jahrzehnten, ohne dass sie zu sehen oder zu riechen sind ausgasen. So gelangen sie zum Beispiel über den Hausstaub, an dem sie sich anlagern, in die Atemwege.
4Holzschutzmittel der 70er?
Das kommt auf das verwendete Produkt an. Sollte es sich um ein Produkt auf Wasserbasis handeln, kann es wahrscheinlich auch mit Wasser verdünnt werden. Genaue Informationen hierzu findet man in den TM (Technisches Merkblatt) der einzelnen Produkte.
5Gibt es Holzschutzfarben die ohne Schleifen nachgestrichen werden können?
Die Vorarbeiten am Holz nehmen teilweise sehr viel Zeit in Anspruch und um eben diese zu sparen, möchte man die Vorarbeiten gerne verkürzen. Das Holz muss nicht unbedingt abgeschliffen werden, wenn der Altanstrich noch in Takt ist. In diesem Fall sollte das Holz so gut wie möglich gesäubert werden. Es gibt spezielle Reiniger mit denen vor allem fettige Rückstände, oder Schmutz vom Holz gelöst werden können. Anschließend wäre es sinnvoll einen Haftgrund oder Vorlack aufzutragen. Schönere, gleichmäßigere Ergebnisse bekommt man aber am ehesten, wenn man sich die Mühe macht das Holz vor dem streichen abzuschleifen.
6Kann Holzschutzfarbe mit Wasser verdünnt werden?
Holzschutzmittel wie z.B. in einer Holzlasur, die Biozide enthalten dürfen nicht gespritzt werden. Das Holzschutzmittel würde dabei unkontrolliert eingeatmet und die Umwelt auch belastet werden. Spritzen oder Sprühen darf nur in stationären Anlagen und nur durch Gewerbebetriebe erfolgen. Manuelles Spritzen oder Sprühen sollte heute nur noch im Rahmen von Bekämpfungsmaßnahmen am verbauten Holz erfolgen.
7Gibt es spritzfertige Holzschutzfarben?
Es gibt einige Produkte die bereits spritzfertig eingestellt sind. Genauere Angaben sind in den TM der Hersteller zu finden. Biozidhaltige Farben dürfen nur in geschlossenen Anlagen gespritzt werden!
8Gibt es Holzschutzfarben ohne Biozide für Kinderspielgeräte/ Gartenmöbel?
Natürlich gibt es auch hier Farben die keine Biozide enthalten. Es sollte hier sogar noch stärker darüber nachgedacht werden auf Biozide zu verzichten! Sollten die baulich-konstruktiven Maßnahmen, die Holzauswahl, oder die biozidfreien Farben nicht ausreichen, um das Holz sicher zu schützen, können Biozide eingesetzt werden. Diese sollten immer mit einem weiteren biozidfreien Anstrich „abgedeckt“ werden.Hier sollte darauf geachtet werden, das dass entsprechende Produkt der DIN EN 71/3 entspricht. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass die Haut mit den Bioziden in Berührung kommt. Das Spielalter der Kinder übersteht ein Klettergerüst, das gut verarbeitet ist mit großer Wahrscheinlichkeit auch ohne Biozide.
Auf jeden Fall sollte berücksichtigt werden, dass Holzschutzmittel nicht nur für Pflanzen und Tiere, sondern auch für Menschen schädliche Stoffe enthalten können. Imprägnierungen gegen Pilze, Käfer usw. können auch Biozide enthalten und können umweltschädlich sein. Besser ist es, gerade bei Spielgeräten, diese Mittel nicht zu verwenden, und die Kinder nicht einer Gefahr durch die giftigen Stoffe auszusetzen. Sie werden lange Freude an ihren Spielgeräten wie Klettergerüsten im Garten haben, wenn diese regelmäßig gepflegt werden.