Holzschutzmittel, was ist das?

Seitdem das Material Holz als Baustoff verwendet wird, wird versucht dieses durch „Holzschutzmittel“ zu schützen. Schon die „Alten Griechen“ tränkten ihr Brückenholz in Olivenöl, um es haltbarer gegen Fäule zu machen, die Chinesen setzten Salzwasser ein und die Römer bestrichen ihre Boote mit Pech. Es wurden und werden immer neue Produkte und Verfahren entwickelt. Leider ging diese Entwicklung häufig über giftige und umweltschädliche Wege. Wie z.B. die Kyanisierung (Langzeittauchverfahren mit Quecksilberchlorid-Lösung) der Bahnschwellen, Zaunpfähle etc..

Auch im Hausbau wurde zunehmend mehr Holz eingesetzt und es mussten einfach anzuwendende und haltbare Holzschutzmittel her. So wurden die 60er Jahre zu einer Blütezeit des chemischen Holzschutzes.

Es kam z.B. das in aller Munde befindliche Holzschutzmittel Xylamon auf Basis von chlorierten Naphthalinen auf den Markt, welches bis 1978 auch Lindan enthielt (Zusammensetzung und Namensrechtsinhaber änderten sich im Laufe der Produktgeschichte). Es ist nicht zuletzt in aller Munde, weil es von 1991-93 zum sogenannten „Frankfurter Holzschutzmittelprozess“ kam.
Durch das Einatmen eben dieser Produkte kam es zu schweren Erkrankungen beim Menschen. Zwei der Geschäftsführer der Desowag Materialschutz GmbH wurden letztendlich zu Geld- und Bewährungsstrafen verurteilt.

Nach und nach rückte der Umwelt- und Anwenderschutz in den Vordergrund und viele Wirkstoffe wurden durch „hoffentlich“ umweltfreundlichere ersetzt. Es ist jedoch schwer, eine allgemeine Empfehlung für ein „umweltschonendes“ Mittel abzugeben. Die Mittel lassen sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Anwendungsbereiche nur schwer miteinander vergleichen. Es ist daher wichtig sich vor dem Gebrauch eines Holzschutzmittels genau damit auseinanderzusetzen, ob ein Biozidprodukt (z.B. Bläue und Fäulnisschutz) wirklich nötig ist.

Heutzutage versucht man, schon bei der Bauplanung, das Holz vor Schimmel und Insektenbefall durch den sogenannten konstruktiven Holzschutz, zu schützen.
Der baulich-konstruktive Holzschutz beginnt bereits mit der Auswahl des Holzes und organisatorischen Maßnahmen, wie Lagerung, Transport, Montage und Wartung des trockenen Holzes.

Konstruktive, bauliche Maßnahmen können z.B. sein:


Fernhalten des Niederschlagswassers (z.B. Gebäudehülle, geschossweise vorspringende Fassade, Abdeckungen)

Ableitung des Niederschlagswassers (z.B. Tropfkanten)

Trocknung, bzw. Belüftung (z.B. größerer Bauteilabstand)

Unterbrechung des kapillaren Feuchtetransports (z.B. Abdichtung der Schwellenhölzer)

Vermeidung von Kondensation (z.B. Verhinderung von Konvektion durch luftdichte Ebene in mehrschichtigen Bauteilen)

Vermeidung von Verschmutzungen


Ganz auf Holzschutzmittel zu verzichten ist jedoch sehr schwierig und in einigen Fällen sogar fahrlässig. Die technische Baubestimmung nach den Bauordnungen der Länder (DIN 68800), die es zu beachten gilt, gibt vor dass „tragende und aussteifende Bauteile aus Holz“ (sofern andere Verfahren nicht ausreichen), sowie sicherheitsrelevante Bauteile mit entsprechenden Bioziden geschützt werden sollten!
Tragende, aussteifende und sicherheitsrelevante Bauteile aus Holz können z.B. sein: Dachgebälk (Biozideinsatz wird stark kontrovers diskutiert), Fachwerk, Balken, Decken, Pergolen, Balkongeländer, usw..

Während in der DIN 68800 von 1956-1989 Holzschutzmittel für das Dachgebälk verpflichtend waren, ist in der neuen DIN 68800 von Februar 2012 ein Holzschutz für das Dachgebälk nur noch in begründeten Ausnahmefällen nötig.
Schwierig wird es auf Holzschutzmittel zu verzichten, wenn z.B. eine ganze Fassade aus Holz mit Fassadenfarbe gestrichen werden soll.
Es sind große Flächen auf denen die Farben lange ansehnlich bleiben und nicht durch z.B. Bläue an Attraktivität verlieren sollen.

Zur Orientierung wann, welches Holzschutzmittel eingesetzt werden sollte, liefert die DIN 68800-1 in der nachfolgenden Tabelle.

GebrauchsklasseHolzfeuchte/ Exposition
a/b
Anforderungen an das
Holzschutzmittel (Kurzzeichen)
0trocken (ständig ≤ 20%)
Mittlere relative Luftfeuchte bis
85% c
Keine
Holzschutzmittelverwendung
1trocken (ständig ≤ 20%)
Mittlere relative Luftfeuchte bis
85% c
Insektenvorbeugend (lv)
2 d,eGelegentlich feucht ( > 20%)
Mittlere relative Luftfeuchte über
85% c oder zeitweise
Befeuchtung durch Kondensation
Insektenvorbeugend (lv)
Pilzwidrig (P)
3.1 eGelegentlich feucht ( > 20%)
Anreicherung von Wasser im
Holz, auch räumlich begrenzt
nicht zu erwarten
Insektenvorbeugend (lv)
Pilzwidrig (P)
Witterungsbeständig (W)
3.2 eHäufig feucht ( > 20%)
Anreicherung von Wasser im
Holz, auch räumlich begrenzt zu
erwarten
Insektenvorbeugend (lv)
Pilzwidrig (P)
Witterungsbeständig (W)
4Vorwiegend bis ständig feucht
( >20%)
Insektenvorbeugend (lv)
Pilzwidrig (P)
Witterungsbeständig (W)
Moderfäulewidrig (E)
5Ständig feucht ( >20%)Wie für GK 4; zusätzliche
Wirksamkeit gegen
Holzschädlinge im Meerwasser


a Die Begriffe „gelegentlich“, „häufig“, „vorwiegend“, und „ständig“ zeigen eine zunehmende Beanspruchung an, ohne dass hierfür wegen der sehr unterschiedlichen Einflussgrößen genaue Zahlenangaben möglich sind.
b Der Wert von 20% enthält eine Sicherheitsmarge (s. DIN 68800-1, 4.2.2. Anmerkung 1).
c Maßgebend für die Zuordnung von Holzbauteilen zu einer Gebrauchsklasse ist die jeweilige Holzfeuchte.
d Bei Holzbauteilen, für die keine Gefährdung durch Insektenbefall vorliegt, kann auf eine insektenvorbeugende Wirkung verzichtet werden.
e Bei Gefährdung durch Bläuepilze an verbautem Holz in den Gebrauchsklassen 2 und 3 kann eine bläuewidrige Wirksamkeit (Kurzzeichen B) zweckmäßig sein; hierfür ist eine besondere Vereinbarung erforderlich.

Quelle: deutsche-bauchemie.de

Eine sehr schöne Sammlung welche Bauteile in welche Gebrauchsklasse fallen, liefert das österreichische Holzschutzmittelverzeichnis. Holzschutzmittel sind biozidhaltige Produkte zum Schutz von Holz (ab dem Einschnitt im Sägewerk), oder Holzwerkstoffen durch holzzerstörende, oder die Holzqualität mindernde Organismen. Zu den holzzerstörenden oder holzverfärbenden Organismen zählen: Insekten (z.B. Nagekäfer, Larven des Hausbocks) Fäulnispilze (z.B. Kellerschwamm, Echter Hausschwamm) Bläuepilze

Es gibt vorbeugende und bekämpfende Produkte auf Wasser- oder Lösemittelbasis, die eines gemeinsam haben. Sie beinhalten Biozide und haben damit einen Eintrag im Holzschutzmittelverzeichnis der BAuA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) in der Produktart 8 (Holzschutzmittel) sicher. Die Holzschutzmittel unterliegen dem europäischen Biozidrecht (Biozid-Verordnung (EU) Nr. 528/2012) In Deutschland dürfen nur Holzschutzmittel angewendet werden, die nach geltenden gesetzlichen Bestimmungen verkehrsfähig, sowie für den angedachten Verwendungszweck geeignet sind.

Das Holzschutzmittelverzeichnis der BAuA ist eingeteilt in Produkte mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung (ABZ), Produkte mit BAuA- Zulassung und Produkte mit BAuARegistriernummer.

Eine Einteilung der Holzschutzmittel kann nach unterschiedlichen Gesichtspunkten vorgenommen werden.


Wirksamkeit
Vorbeugend Wirksam gegen (lösemittelhaltige oder wässrige Produkte):

Holzzerstörende Insekten

Bläuepilze

Holzzerstörende Insekten, Bläuepilze, holzzerstörende Pilze

Holzzerstörende Insekten, holzzerstörende Pilze

Bläuepilze, holzzerstörende Pilze


Bekämpfend wirksam gegen:

Holzzerstörende Insekten (sind auch vorbeugend wirksam!)

WirksamkeitErfolgseintritt lt. LaborermittlungWirkstoffe (Beispiele)
SchnellAbtötung nach 3 MonatenPyrethroide
LangsamAbtötung nach 3 bis 12 MonatenBorsäure, Borax
VerzögertGreifen erst in einem späteren
Stadium den Lebenszyklus der
Larven ein
Flufenoxuron

Quelle: Holzschutz von Scheidning-Grabes-Haustein-Nieke-Urban-Weiß

Schwammsperrmittel gegen holzzerstörende Pilze (streng genommen keine reinen Bekämpfungsmittel), sind nur für die Anwendung am Mauerwerk zugelassen.

Zusammensetzung (siehe: woraus bestehen Holzschutzmittel?)
Anwendungsverfahren (siehe: wie verarbeitet man diese?)
Handelsform (z.B. wäßrige, gebrauchsfertige Mittel; wasserverdünnbare Salzkonzentrate oder Emulsionen; lösemittelhaltige gebrauchsfertige Mittel usw.)

Präparate auf Basis von Steinkohlenteeröl (Sonderstellung!)
Sie dürfen nur mittels bestimmter Verfahren und nur für spezielle Anwendungsbereiche eingesetzt werden (z.B. Eisenbahnschwellen, Leitungsmasten und Obstpfähle).


Wasserbasierte Holzschutzmittel
Sie nehmen den größten Anteil der am Markt befindlichen Holzschutzmittel ein. In der Regel werden sie als Salzkonzentrate geliefert und müssen mit Wasser zur anwendungsfertigen Lösung verdünnt werden. Diese Salze werden nur von Fachbetrieben in speziellen Anlagen angesetzt und verarbeitet. Endverbraucherprodukte gibt es nur zum Streichen z.B. in Form einer Holzschutzlasur oder Grundierung.

Arsenverbindungen (nur in einigen Ländern zugelassen); Salze (CFA, CKA) z.B. Arsenpentoxid, Natriumarsenit, Dikaliumarsenat
Borverbindungen; Salze (B-, CFB-, CKB- Salze) z.B. Borax, Borsäure
Chromverbindungen; Salze (CF, CFA, CFB, CK, CKA, CKF) z.B. Natriumchromat, Ammoniumdichromat
Fluorverbindungen; Salze (CF, CFA, CFB, SF, HF) z.B. Kupferhexafluorsilikat, Alkali-/Siliconfluoride
Kupferverbindungen; Salze (CK, CKA, CKB, CKF, CU-HDO) z.B. Kupfersulfat, Cu-HDO
Quats (quartäre Ammoniumverbindungen)
Betain- Präparate
Chromfreie Kupferpräparate
Wässrige Holzschutzmittel mit organischen Wirkstoffen

Holzschutzmittel in organischen Lösemitteln
Diese Produkte werden gebrauchsfertig ausgeliefert und werden vornehmlich von Fachbetrieben auf trockenem und halbtrockenem Holz verarbeitet.

Permethrin
Propiconazol
IPBC
Dichlofluanid
Flufenoxuron


Steinkohlenteeröle
Eine Sondergruppe bilden Produkte auf Basis von Steinkohlenteeröl. Sie dürfen nur mittels spezieller Verfahren (Druckverfahren und Heiß-Kalt-Einstelltränkverfahren) und in genau festgelegten Anwendungsbereichen – z. B. für den Schutz von Masten und Eisenbahnschwellen – eingesetzt werden.

Sonderpräparate für Holzwerkstoffe
Begasungsmittel (Sulfuryldifluorid)


ArtWirksamkeitWirkstoffAnwendung
Wässrige
Holzschutzmittel
Vorbeugend gegen
Pilze und Insekten
(z.B. Holzbock/
Holzwurm) oder
Insekten- und
Hausschwammbekämpfung
Salze (z. B. Bor-, Kupfer-,
quartäre
Ammoniumverbindungen,
chromfreie
Kupferpräparate), oder
organische Wirkstoffe
(Pyrethroide, Triazole,
Benzoylharnstoffe)
Hochbau, Gartenund
Landschaftsbau,
Landwirtschaft,
Dachkonstruktionen,
Schwammsperrmittel
Lösemittelhaltige
Holzschutzmittel
Vorbeugend gegen
Pilze und Insekten
oder
Insektenbekämpfung
Organische Wirkstoffe
(Pyrethroide, Triazole,
Carbamate,
Benzoylharnstoffe),
organische Lösemittel:
hauptsächlich
Kohlenwasserstoffgemische
u. a. Landwirtschaft,
Dachkonstruktionen
Steinkohlenteeröl
-Präparate
Vorbeugend gegen
Pilze und Insekten
SteinkohlenteerölLeitungsmasten,
Bahnschwellen,
Wein- und
Obstbaumpfähle
SonderpräparateVorbeugend gegen
Pilze
Bor-Verbindungen und
Kalium-HDOVerbindungen
Span-, Tischler-,
Faserplatten für
Feuchtbereiche
BegasungsmittelInsektenbekämpfungSulfuryldifluoridMuseen,
Bibliotheken


Arten von Holzschutzmitteln, die gegen Pilze und/oder Insekten vorbeugend und/oder bekämpfend wirken (Auszug aus DGUV-I 209-043)

Zum Schutz der Öffentlichkeit schreibt der Gesetzgeber einen vorbeugenden Schutz von Hölzern vor, die tragende oder aussteifende Funktionen erfüllen und durch andere Maßnahmen nicht geschützt werden können. Holzschutzmittel werden also nur auf Holz und Holzbauteilen eingesetzt, mit Ausnahme der Schwammsperrmittel.

Schwammsperrmittel als bekämpfende Holzschutzmittel und sind lt. DIBt nur für die Anwendung im/am Mauerwerk zugelassen.

Holzschutzmittel sollten nicht in Innenräumen angewendet werden. Die normalen raumklimatischen Bedingungen, sowie die Qualität des eingebrachten Holzes, sollten ausreichen einem Befall durch Schadorganismen wie Bläuepilze und Holzwürmer vorzubeugen. Sollten im Innenbereich von Häusern und Wohnungen doch Holzschutzmittel verwendet worden sein, lassen sich diese grob in zwei Kategorien unterteilen: Wasserlösliche (anorganische) Salze und Salzgemische Diese Verbindungen sind zwar sehr giftig, aber gasen nicht aus und sind für die Innenraumluft von minderer Bedeutung. Organische, lösemittelhaltige Präparate. Diese Holzschutzmittel sind flüchtig und in der Raumluft wiederzufinden. Sei reichern sich im Hausstaub an und lassen sich auch im Blut und Urin der Bewohner nachweisen.


An das im und am Haus verbaute Holz werden viele Anforderungen gestellt und in einigen Fällen reicht die natürliche Dauerhaftigkeit nicht aus, bzw. sind die Umgebungsbedingungen schlecht, oder der Gebrauchsdauer werden hohe Ziele gesetzt. Holzschutzmittel sind dann erforderlich, wenn das Holz diesen Anforderungen, trotz Ausschöpfung des konstruktiven Holzschutzes, nicht genügen kann und Schäden am Holz zu erwarten sind. Primär soll durch den chemischen Holzschutz die Verlängerung der Gebrauchsdauer erreicht werden. Ein vorzeitiger Ausfall von statischen oder sicherheitsrelevanten Bauteilen, wäre nicht nur ein hoher Kostenfaktor, sondern gefährdet auch die Benutzer/ Bewohner. Sollen einheimische, kostengünstige Hölzer mit geringer Dauerhaftigkeit verwendet werden, ist dies teilweise nur mit Holzschutzmitteln möglich. Es gilt noch immer der Leitsatz: »So wenig chemischer Holzschutz wie möglich, so viel chemischer Holzschutz wie nötig


Es ist wichtig an dieser Stelle nochmal zu erwähnen, dass hier mit Bioziden umgegangen wird, die auch für Mensch und Umwelt gefährlich sind. Holzschutzmittel müssen ordnungsgemäß verwendet werden.
Holzschutzmittel dürfen ausschließlich für den ausgewiesenen Zweck Verwendung finden und die Verwendungsbedingungen müssen eingehalten werden. Die technischen Merkblätter enthalten Sicherheitsrelevante Informationen zu den eingesetzten Produkten. Folgende Symbole geben Aufschluss, wofür bzw. wogegen die Holzschutzmittel eingesetzt werden und wie sie angewendet werden sollen:

IvMittel mit vorbeugender Wirksamkeit gegen holzzerstörende Insekten
(Iv)Iv nur bei Tiefschutz (Tränken)
PMittel mit vorbeugender Wirksamkeit gegen holzzerstörende Pilze
BMittel mit vorbeugender Wirksamkeit gegen holzverfärbende Pilze (Bläueschutz)
WMittel auch für die Anwendung an Holzbauteilen, die der Witterung ausgesetzt sind,
jedoch nicht im ständigen Erdkontakt und nicht im ständigen Kontakt mit Wasser
(Gebrauchsklasse 3)
EMittel für die Anwendung an Holzbauteilen, die einer extremen Beanspruchung
ausgesetzt sind, z.B. im ständigen Erdkontakt und im ständigen Kontakt mit Wasser
sowie bei Schmutzablagerungen in Rissen und Fugen (Gebrauchsklasse 4)
IbMittel mit bekämpfender Wirksamkeit gegen holzzerstörende Insekten
(Bekämpfungsmittel)
IbMittel mit gleichzeitiger vorbeugender Wirksamkeit gegen holzzerstörende Insekten und/
oder Pilze haben den Zusatz (Iv) oder (Iv, P)
MMittel zur Verhinderung des Durchwachsens von Hausschwamm durch Mauerwerk
(Schwammsperrmittel)


Anwendungshinweise:
L- Leimverträglich (bestimmte Leime)
K- keine Lochkorrosion Chrom-Nickel-Stahl
F- Feuerschutzmittel
S- zum Streichen, Tauchen, Sprühen, Spritzen
(S)- Spritzen, Sprühen, Tauchen nur in stationären Anlagen
ST- (S) sowie Streichen in stationären Anlagen
T- Tauchen, Tränken

Es gibt unterschiedliche Einbringverfahren für Holzschutzmittel. Ziel des Einbringverfahrens ist es, einen möglichst wirksamen und dauerhaften Holzschutz zu erreichen. Es wird das Verfahren ausgewählt, welches ein Erreichen der Eindringtiefeanforderungen gemäß DIN 68800-3 gewährleistet. Egal für welches Verfahren man sich entscheidet, es müssen immer die im Rahmen der amtlichen Überprüfung festgelegten, in den Gebrauchsanweisungen und technischen Merkblättern der Hersteller angegebenen Holzschutzmittelmengen eingebracht werden, um einen wirksamen Schutz des Holzes zu gewährleisten. Druckverfahren

- Kesseldruckverfahren (Volltränkung, Spartränkung, Wechseldrucktränkung= Kombination aus Volltränken und Spartränkung)
- Niederdruckverfahren (Vakuumtränkung, Doppelvakuumtränkung, Modifiziertes Lowry- Verfahren) Nicht- Druckverfahren
- Oberflächenverfahren (Streichen, Fluten, Sprühen und Spritzen, Schaumverfahren)
- Einlagerungsverfahren (Tauchen, Trogtränkung, Heiß- Kalt- Einstelltränkung) Bohrlochverfahren
- Bohrlochtränkung drucklos
- Bohrlochdrucktränkung


Sollen Holzschutzmittel an tragenden Bauteilen verwendet werden, dürfen diese nur durch erfahrene Fachleute unter Einhaltung der Zulassungsbestimmungen verwendet werden. Bei der Anwendung eines Holzschutzmittels, sind besonders die geltenden Vorschriften des Arbeits- und Umweltschutz entsprechend der Angaben auf dem Gebinde zu beachten. Wer chemische Holzschutzmittel gewerblich einsetzen will, benötigt eine erfolgreich abgelegte Sachkundeprüfung, die durch den "Sachkundenachweis Holzschutz am Bau" nach Gefahrstoffverordnung (für bekämpfende Maßnahmen zwingend erforderlich!!!) beurkundet wird.
Einen guten Leitfaden bietet die Deutsche Bauchemie mit dem „Merkblatt für den Umgang mit Holzschutzmitteln“.
Weiterführende Informationen zu den Holzschutzmittel-Produktgruppen, sowie Betriebsanweisungen findet man im Gefahrstoff-Informationssystem der Berufsgenossenschaften der Bauwirtschaft (GISBAU). Ib Mittel mit bekämpfender Wirksamkeit gegen holzzerstörende Insekten (Bekämpfungsmittel) Ib Mittel mit gleichzeitiger vorbeugender Wirksamkeit gegen holzzerstörende Insekten und/ oder Pilze haben den Zusatz (Iv) oder (Iv, P) M Mittel zur Verhinderung des Durchwachsens von Hausschwamm durch Mauerwerk (Schwammsperrmittel) Persönliche Schutzausrüstung Beim Umgang mit Holzschutzmitteln und wenn mit frisch behandeltem Holz umgegangen wird, besteht die Möglichkeit des direkten Kontakts. Es ist daher wichtig geeignete Schutzkleidung, Schutzbrille und auf das Holzschutzmittel abgestimmte Schutzhandschuhe zu tragen. Nach der Arbeit müssen Hände und Gesicht sorgsam mit Seife, bzw. einem geeigneten Reinigungsmittel gewaschen werden und die Kleidung gewechselt werden. Sicherheitsrelevante Angaben zum Holzschutzmittel und zur persönlichen Schutzausrüstung können dem Etikett, dem Sicherheitsdatenblatt und dem Technischen Merkblatt entnommen werden.


Das ist nicht ganz einfach. Wir reden an dieser Stelle speziell von den Altlasten der unterschiedlichen bioziden Wirkstoffe, die zur Blütezeit der Holzschutzmittel, in zum Teil großen Mengen in Gebäude eingebracht wurden und noch heute ausdünsten und Menschen krank machen können.
Hier muss man sich mit rechtlichen Grundlagen für das Erkennen, Bewerten und Beseitigen von Schadstoffen in Bauwerken beschäftigen. Die rechtlichen und planerischen Grundlagen reichen hier vom Gefahrstoffrecht, über das Bauordnungs- und Arbeitsschutzrecht, bis hin zum Umweltschutzrecht und Strafrecht.
Bei einer unsachgemäßen Sanierung kann es zu zivilrechtlichen Haftungsansprüchen kommen. Zu den damals gängigen Holzschutzmittelwirkstoffen deren Reste man heute in alten Häusern aufspüren (z.B. anhand von Material-, Raumluft- oder Hausstaubproben und anschließender Analytik) und teilweise sehr aufwendig, entsorgen möchte gehören:

WirkstoffAktueller EinsatzGefahrenDamaliger Einsatz
PCP
(Pentachlorphenol)
PCP-Verbotsverordnung
vom 12.12.1989
PCP ist
produktionsbedingt
immer mit anderen
chlororganischen
Verbindungen (Dioxine
und Furane z.B.) von
zum Teil hoher Giftigkeit
verunreinigt.
Holz-u. Bautenschutz,
Konservierungsmittel in
Lacken, Farben, Leder,

Pflanzenschutzmittel
Desinfektionsmittel
Forstwirtschaft
Lindan
(gamma HCH)
In Deutschland existiert
zur Zeit kein
zugelassenes
lindenhaltiges
Holzschutzmittel.
In der Medizin wird es
als Mittel gegen
Hautparasiten eingesetzt
Technisches Lindan als
Insektizid seit 1981
verboten.
Die unterschiedlichen
Isomere haben alle eine
individuelle Toxizität und
unterschiedliche
biologische Abbaugeschwindigkeiten
(chronische und akute
Vergiftungen sind die
Folge)
Hauptsächlich in der
Holz-u. Forstwirtschaft
DDT
(Dichlordiphenyltrichlorethan)
Bekämpfung der
Anopheles- Mücke und
der Tse-Tse- Fliege in
Tropenländern.
In der BRD seit 1972
verboten, in der DDR
seit 1990 (Reste von z.B.
„Hylotox IP“ durften bis
Ende Juni 1991
verbraucht werden)
Ist schwer abbaubar und
beeinflusst bei
chronischer Belastung
das Immunsystem, wirkt
leber- und
nierenschädigend, sowie
fortpflanzungsgefährdend.
Im Tierversuch wurden
kanzerogene und
mutagene Effekte
nachgewiesen
Insektizid in der
Landwirtschaft und
chemischer Holzschutz
Carbolineum
(Sammelbegriff für
Steinkohlenteeröle)
Die Anwendung bzw.
das Verbot von
Holzschutzmitteln die
Teeröle enthalten wird
durch die
Gefahrstoffverordnung
geregelt.
Beinhalten viele
Polycyclische
aromatische
Kohlenwasserstoffe
(PAK) und sind als
krebserzeugend,
erbgutverändernd und
fruchtschädigend
eingestuft.
Fast ausschließlich im
Aussenbereich
eingesetzt


Bevor man sich an die Renovierung eines Dachstuhls heranwagt und schon im Vorfeld Bedenken hat, das hier mit Holzschutzmitteln gearbeitet wurde, sollten die Emissionswerte vor Ort von Fachleuten geprüft werden. Werden erhöhte Werte der oben genannten Wirkstoffe gemessen werden, gibt es unterschiedliche Lösungsansätze. Häufig wird der fachmännische Austausch der belasteten Bauteile empfohlen. Es gibt aber auch „rückbaufreie“ Lösungsansätze. Es gibt geprüfte Beschichtungssysteme, durch die die Innenraumbelastung durch Holzschutzmittelwirkstoffe deutlich minimiert werden kann. Diese Methode eignet sich jedoch nicht für große Flächen.


Holzschutzmittelreste dürfen nur als gefährliche Abfälle, durch zugelassene Entsorgungsunternehmen entsorgt werden. Die Abfallschlüsselnummer- bzw. bezeichnung, welche den Entsorgungsweg vorgibt, kann dem EU- Sicherheitsdatenblatt entnommen werden (Punkt 13). Restentleerte Gebinde können, abhängig vom Gefährdungspotential des früheren Inhalts, einer Wiederverwendung zugeführt werden. Große Container werden i.d.R. vom Hersteller, gemäß einer Rücknahmevereinbarung, zurückgenommen. Verpackungen die giftige, sehr giftige oder gesundheitsschädliche Holzschutzmittel enthielten, dürfen (bis auf einige Ausnahmen) nicht wiederverwendet werden.


Bis Mitte der neunziger Jahre war es möglich Biozide in der EU, meistenteils ungeprüft zu verarbeiten. DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan) Bekämpfung der Anopheles- Mücke und der Tse-Tse- Fliege in Tropenländern. In der BRD seit 1972 verboten, in der DDR seit 1990 (Reste von z.B. „Hylotox IP“ durften bis Ende Juni 1991 verbraucht werden) Ist schwer abbaubar und beeinflusst bei chronischer Belastung das Immunsystem, wirkt leber- und nierenschädigend, sowie fortpflanzungsgefährdend. Im Tierversuch wurden kanzerogene und mutagene Effekte nachgewiesen Insektizid in der Landwirtschaft und chemischer Holzschutz Carbolineum (Sammelbegriff für Steinkohlenteeröle) Die Anwendung bzw. das Verbot von Holzschutzmitteln die Teeröle enthalten wird durch die Gefahrstoffverordnung geregelt. Beinhalten viele Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und sind als krebserzeugend, erbgutverändernd und fruchtschädigend eingestuft. Fast ausschließlich im Aussenbereich eingesetzt Im Februar 1998 trat die Biozidprodukte- Richtlinie in Kraft und Biozidprodukte, deren Wirkstoffe weder notifiziert, noch identifiziert wurden, verloren ihre Vermarktungsfähigkeit im Dezember 2013. Seit dieser Frist besteht also eine Zulassungspflicht für alle Biozidprodukte!

Wer ein Holzschutzmittel zulassen möchte, muss mit folgenden Gebühren rechnen:
Zulassung eines Biozid-Produktes (pro Produktart) 10.000 – 45.000 €
Verlängerung einer Zulassung (pro Produktart) 1.500 – 17.500 €
Registrierung eines Biozid-Produktes (pro Produktart) 750 €
Gegenseitige Anerkennung einer Zulassung (pro Produktart) 2.500 €
Gegenseitige Anerkennung einer Registrierung (pro Produktart) 500 €

Für Produkte mit alten Wirkstoffen bestehen Übergangsregelungen. Für die Übergangszeit dürfen nur Produkte in den Verkehr gebracht werden, deren gesamten Wirkstoffe bekannt sind und durch das so genannte Altwirkstoff- Programm überprüft wurden.
Der Industrieverband Bauchemie schätzt die Zahl der Holzschutzmittel auf ca. 2.500 Produkte mit etwa 700 verschiedenen „Holzgiften“. Die neue Biozid- Verordnung trat im Juli 2012 in Kraft. Das Zulassungsverfahren für Biozid-Produkte hat also erst vor einigen Jahren begonnen. Somit sind aktuell vorwiegend Holzschutzmittel, mit vorbeugender Wirksamkeit gegen holzzerstörende und holzverfärbende Pilze zugelassen. Für die Praxis heißt das, dass insbesondere insektizid ausgestattete, vorbeugend und bekämpfend wirkende Holzschutzmittel mit BAuA- Zulassung fehlen. Hier muss für tragende und aussteifende Holzbauteile auf Holzschutzmittel mit einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung zurückgegriffen werden. Um eine bestimmungsgemäßen Anwendung zu gewährleisten, sind alle Holzschutzmittel mit einer ABZ, sowie ein Großteil der von der BAuA bereits zugelassenen Holzschutzmittel, ausschließlich für eine gewerbliche bzw. für eine industrielle Anwendung vorgesehen.
Die Tätigkeit der Gütegemeinschaft Holzschutzmittel e.V., deren Güteausschuss bis zum Vorliegen von BAuA-Zulassungen RAL-Gütezeichen für Holzschutzmittel für nicht tragende Holzbauteile erteilt hat, wurde am 31.12.2016 eingestellt!


Keine Angabe


1. Über das Portal www.lackieren-lassen.com können diverse Farben angefragt werden.
2. Im gut sortierten Fachhandel / Malerfachhandel
3. Im Baumarkt
4. Beim Maler direkt
5. Im Internet

DIN 68800
RAL-GZ 830

Natürlich gibt es noch weitere Normungen. Gerade im Bereich vom Spezialholzschutz gibt es noch viele weitere Prüfungen oder erweiterte Kriterienkataloge.


1Wie müssen Holzschutzmittel gekennzeichnet sein?
Es gibt für Holzschutzmittel zwei Verordnungen die beim Inverkehrbringen beachtet werden müssen:
▪ Verordnung (EU) No. 528/2012 („Biozid-Verordnung“) sowie die
▪ Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 – („CLP-Verordnung“)
Die CLP-Verordnung legt die Einstufung und Kennzeichnung fest.

Für die Gefahrstoffinformation von Biozidprodukten werden zusätzliche Regelungen aufgestellt, die über die Kennzeichnung von Gefahrstoffen hinausgehen. Auf dem Etikett:
▪ Alle Wirkstoffe inkl. Konzentration
▪ Hinweis auf Nanomaterialien und spezifische Risiken (wenn enthalten)
▪ Zulassungsnummer (von der Zulassungsstelle erteilt)
▪ Name, Anschrift des Zulassungsinhabers
▪ Zugelassene Anwendungen (z. B. Streichen, Wischen, Sprühen usw.)
▪ Wenn zutreffend: "Vor Gebrauch beiliegendes Merkblatt lesen" und ggf. Warnung für gefährdete Gruppen.
▪ Die zulässigen Verwenderkategorien (z. B. Sachkundige)
▪ Für mikrobiologische Biozidprodukte: die Kennzeichnungserfordernisse gemäß der Richtlinie 2000/54/EG

Auf dem Etikett, der Verpackung oder auf einem beiliegenden Merkblatt:
▪ Art der Formulierung (z. B. Flüssigkonzentrat, Granulat, Pulver)
▪ Gebrauchsanweisung, Angaben zu Häufigkeit der Anwendung und Dosierung
▪ Mögliche Nebenwirkungen inkl. jeglicher Anweisungen zur Ersten Hilfe
▪ Entsorgungsanweisungen für das Biozidprodukt und Verpackung
▪ Chargennummer (oder Bezeichnung der Formulierung) und Verfallsdatum
▪ Der für die Biozid-Wirkung erforderliche Zeitraum
▪ Sicherheitswartezeit nach der Biozidanwendung und der nächsten Verwendung des behandelten Erzeugnisses bzw. dem Zutritt durch Menschen oder Tiere zu dem behandelten Bereich
▪ Dekontaminierungsmittel und -maßnahmen
▪ Dauer der erforderlichen Belüftung
▪ Reinigung der Geräte
▪ Vorsichtsmaßnahmen bei Verwendung und Transport (z. B. technische und organisatorische Schutzmaßnahmen, ggf. persönliche Schutzausrüstung)
▪ Und wenn zutreffend: Umweltgefahren, insbesondere der Schutz von Nichtzielorganismen und Vermeidung einer Wasserkontamination

Pflichthinweis
Gemäß Artikel 72 Abs. 1 Verordnung (EU) No. 528/2012 ist jeder Werbung für Biozidprodukte folgender Hinweis hinzuzufügen: "Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen."
Wichtig: Die oben genannten Sätze müssen sich gemäß Artikel 72 Abs. 1 S. 2 der Biozid- Verordnung von der eigentlichen Werbung deutlich abheben und gut lesbar sein. Des Weiteren stellt Artikel 72 Abs. 3 S. 2 Verordnung (EU) No. 528/2012 klar, dass Werbung für Biozid-Produkte im Hinblick auf mögliche Risiken des Produkts für Mensch und Umwelt nicht verharmlosend wirken dürfen. So darf die Werbung für ein Biozidprodukt gemäß Artikel 72 Abs. 3 S. 2 auf keinen Fall die Angaben

▪ „Biozidprodukt mit niedrigem Risikopotenzial“,
▪ „ungiftig“,
▪ „unschädlich“,
▪ „natürlich“,
▪ „umweltfreundlich“,
▪ „tierfreundlich“
oder ähnliche Hinweise enthalten. Gemäß Art. 17 Abs. 1 d-h CLP-Verordnung muss die Werbung daher, soweit zutreffend, folgende Angaben gemacht werden:
▪ Darstellung der Gefahrenpiktogramme
▪ Signalwörter
▪ Gefahrenhinweise
▪ Ergänzende Gefahrenhinweise gemäß Artikel 25 Abs. 6 der CLP-Verordnung

Quelle: baua.de
2Warum Holzschutz?
Holz ist ein organisches Produkt, welches ohne Schutz nicht ewig bestehen kann. Der Holzschutz muss mehrere Aufgaben erfüllen. Er soll den natürlichen Holzabbau durch Feuchte und UV-Strahlung verhindern, dem Befall von Insekten und Pilzen vorbeugen (hier kommen die Biozide ins Spiel), das Brandverhalten verbessern und den mechanischen Widerstand erhöhen.
3Wie lange dünsten Holzschutzmittel aus?
Einige der Giftstoffe sind schwerflüchtig. Ihre Rückstände sind noch sehr lange im Holz nachweisbar. Einzelne dieser Moleküle können auch noch nach Jahrzehnten, ohne dass sie zu sehen oder zu riechen sind ausgasen. So gelangen sie zum Beispiel über den Hausstaub, an dem sie sich anlagern, in die Atemwege.
4Holzschutzmittel der 70er?
Früher wurden giftige Holzschutzmittel, die die inzwischen verbotenen Stoffe PCP (Pentachlorphenol, Bakterizid und Fungizid), Lindan (Insektizid) oder DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan, Insektizid) enthielten, relativ sorglos eingesetzt. (Lindan ist nicht verboten, es existiert jedoch kein zugelassenes Holzschutzmittel in Deutschland!) Es ist nach wie vor nicht völlig klar, wie die Mittel genau auf den menschlichen Körper wirken. Zumal diese Beurteilung abhängig von verschiedenen Faktoren ist, etwa davon, wie viel des Mittels aufgetragen wurde, wie lange die Person den Ausdünstungen der Giftstoffe ausgesetzt war und wie deren gesundheitlicher Gesamtzustand ist. Oft treten die Symptome erst lange Zeit nach der Holzbehandlung auf – und werden dann meist nicht damit in Zusammenhang gebracht.
5Welches Holzschutzmittel für Spielturm?
Hier gilt der Grundsatz, Holzschutzmittel nur sehr sparsam einzusetzen! Zunächst sollten alle Methoden ausgeschöpft werden, die den Einsatz von Bioziden verhindern können. Es ist sinnvoll dauerhafte Hölzer mit einer natürlichen Resistenz gegen Schädlinge zu wählen, wie z.B. Eiche, Lärche und Robinie. Auch der konstruktive Holzschutz kann hier einbezogen werden. Es gibt einige bauliche Maßnahmen ungünstige Witterungseinflüsse fernzuhalten und es können physikalisch wirkende Mittel ( z.B. Leinöl oder Leinölfirnis als Feuchtigkeitsschutz) eingesetzt werden. Sind alle Möglichkeiten ausgeschöpft sollte imprägniertechnisch auf eine Behandlung mit fixierenden, schwer auslaugbaren Salzen zurückgegriffen werden. Alle chemischen Schutzmittel sind in irgendeiner Form giftig. Leider nicht nur für Holzschädlinge, sondern letztendlich auch für Mensch und Umwelt. Alle Nebenwirkungen sind daher zwingend zu beachten. Ein technisch weit entwickelte Methode und ein sehr wirksamer, chemischer Holzschutz ist durch eine Druckimprägnierung zu erreichen. Werden die imprägnierten Hölzer für Spielgeräte verwendet, weist das amtliche Verzeichnis der zugelassenen Holzschutzmittel für diesen Anwendungsbereich verschiedene Mittel aus. Hier muss jedoch bedacht werden, dass die KDI Behandlung nicht in das gesamte Holz vordringt. Dies würde nur bei sehr billigem Holz wie Kiefer funktionieren, welches jedoch nicht für den Außeneinsatz geeignet ist. Das Holz im Inneren ist unbehandelt und Schnittstellen sind somit auch nicht behandelt und müssen extra geschützt werden.
6HSM zum sprühen
Holzschutzmittel wie z.B. in einer Holzlasur, die Biozide enthalten dürfen nicht gespritzt werden. Das Holzschutzmittel würde dabei unkontrolliert eingeatmet und die Umwelt auch belastet werden. Spritzen oder Sprühen darf nur in stationären Anlagen und nur durch Gewerbebetriebe erfolgen. Manuelles Spritzen oder Sprühen sollte heute nur noch im Rahmen von Bekämpfungsmaßnahmen am verbauten Holz erfolgen.
7Analyse auf Holzschutzmittel
Wer Verdacht schöpft, dass in seinem Zuhause mit Giftstoffen behandeltes Holz verbaut wurde, sollte zunächst Holz- oder Staubproben untersuchen lassen. Ob eine Sanierung oder ein Umbau notwendig ist, hängt zum einen von der Stärke der Belastung ab, zum anderen auch davon, wie die Räumlichkeiten genutzt werden, ob sie etwa ständig bewohnt und gut durchlüftet sind, oder im Außenbereich liegen. Ansprechpartner für Betroffene sind zum Beispiel Umweltberatungsstellen vor Ort, etwa kommunale Einrichtungen, oder die Verbraucherzentralen. Häufig kann hier eine spezielle Wohnberatung in Anspruch genommen werden. Auch sogenannte Umweltambulanzen kommen infrage. Außerdem gibt es im Internet eine Interessensgemeinschaft der Holzschutzmittelgeschädigten, die Informationsmaterial bietet und den Erfahrungsaustausch unter Betroffenen ermöglicht.
8Können Holzschutzmittel auch in einer Wandfarbe enthalten sein?
Es ist eher unwahrscheinlich in deckenden Farben ein Holzschutzmittel vorzufinden. Holzfarben für aussen werden meistens zusammen mit einem Systemprodukt kombiniert (einer Grundierung mit Bläueschutz z.B.). Bei einer Holzschutzlasur für Aussen dagegen findet man häufig Produkte, die vorbeugend gegen Bläue und Fäulnis wirken.