Omas alter Esstisch sieht nicht mehr schön aus. Die Lackschicht zieren viele, größere und kleinere Kratzer und der letzte heiße Topf hat ebenfalls einen unschönen Abdruck hinterlassen. Den Tisch in den Sperrmüll zu verfrachten ist jedoch keine Option, denn der Tisch gehört irgendwie in die Küche wie die vielen Menschen die schon an ihm gesessen haben. So wie er jetzt aussieht kann er nicht bleiben! Der alte Lack muss ab und ein neuer wieder drauf.


Vor einem neuen Projekt sollte genau geplant werden, was alles benötigt wird damit man sich nicht stündlich in den Baumarkt begeben muss.

1. Werkzeug

- Lackwanne mit Farbabstreifer
- Schleifklotz, Schleifmaschine oder Heißluftpistole
- Schaumstoffrolle oder Lackierpistole
- Pinsel
- Metallspachtel

2. Material

- Abdeckfolie und Klebeband
- Grundierung und Lacksystem (für den Innenbereich meistens Acryllack auf Wasserbasis)
- Spachtelmasse/Wachskitt
- Schleifpapier von unterschiedlicher Körnung oder/und ein Abbeizer
- Reiniger für Silikon und Fett
- Staubbesen/ Staubtuch

3. Persönliche Schutzausrüstung

- Handschuhe
- Schutztextilien (Hose,Anzug,Overalletc.)
- Schutzbrille
- Atemschutz (zumindest eine Staubmaske für die Schleifarbeiten!)

Bei der Arbeit nicht essen, trinken und rauchen!

Ausserdem

- Altes Tuch
- Wasser
- Schwamm


Nachdem das ganze Werkzeug bereitgestellt und das Material angeschafft wurde, kann es losgehen.
Die meiste Zeit werden die ganzen Vorarbeiten benötigen. Die eigentliche Lackierzeit, wenn die Trockenzeit nicht beachtet wird, macht nur einen Bruchteil der Arbeiten aus.

Je mehr Sorgfalt bei diesen Vorarbeiten an den Tag gelegt wird, desto besser wird das Ergebnis werden!

Vorbereitung des Untergrundes

Alte Lacke die noch völlig in Takt sind brauchen nicht unbedingt abgeschliffen werden. Hier reicht häufig ein anrauen mit feinem Schleifpapier (240er Körnung). Es sollte jedoch bekannt sein, um welchen Lack es sich handelt der unter dem neuen Lack verschwinden soll. Ein Einkomponentiger Lack darf z.B. nicht mit einem 2K- Lack (zweikomponentig) überstrichen werden, weil dieser den alten Lack anlösen würde.

Weist der alte Lack/ Holz morsche Stellen auf, müssen diese bis auf das unversehrte Holz herunter geschliffen werden. Hier bietet es sich häufig an, gleich den ganzen Tisch zu schleifen und anschließend mit einem neuen Lackaufbau zu beginnen. Ebenso muss der gesamte Lack entfernt werden, wenn die Oberfläche rissig geworden ist oder anfängt abzublättern.

Alte Lackschichten entfernen

Hier gibt es mehrere Möglichkeiten die alten Schichten zu entfernen. Meistens wird jedoch eine Kombination aus den verschiedenen Methoden empfohlen, um die Umwelt und die eigenen Nerven zu schonen. Vor der Bearbeitung folgt jedoch immer die Beurteilung des Tisches hinsichtlich des Holzes und des Allgemeinzustands.

1. Abschleifen:Bei einem Tisch ist es einfach ein Bandschleifgerät für die große, glatte Tischplatte zu benutzen. Schwieriger wird das Schleifen von Tischbeinen und richtig schwierig wird das Schleifen, wenn diese Tischbeine noch Rundungen und Verzierungen aufweisen. Hier muss häufig von Hand geschliffen werden. Zunächst wird Schleifpapier mit einer groben Körnung gewählt, um die alte Farbe abzutragen und anschließend wir eine feine Körnung (160er und feiner) gewählt, damit die Oberfläche schön glatt wird. (Vorsicht ist beim Schleifen geboten, wenn es sich um furnierte Platten handelt!). Das Schleifen sollte immer in Faserrichtung erfolgen, um Querriefen zu vermeiden.

2. Abbeizen: Für die oben erwähnten Rundungen und Verzierungen wird meistens ein Abbeizer benutzt. Er gelangt auch in kleinste Vertiefungen und kann die Farbe hier nach entsprechender Einwirkzeit anlösen. Der Abbeizer muss immer auf die Holzart und alte Lackierung abgestimmt sein, damit sich das darunterlegende Holz nicht verfärbt und die Lackschicht gründlich gelöst wird. Das Holz quillt und die Lackschicht kann mit Spachtel und Tuch abgenommen werden.

3. Heißluft: Die Heißluftpistole erhitzt die alte Farbe punktuell, sodass sich die alten Schichten lösen und mit einem Spachtel vorsichtig entfernt werden können. Hier ist Vorsicht geboten, dass das darunter liegende Holz nicht angesengt wird.

Bei allen Arbeiten ist für gute Lüftung und entsprechendem Atemschutz zu sorgen!

Wurden die alten Lackschichten entfernt, oder angeraut wird der Tisch nochmals von Staub und anderen Rückständen gesäubert. Wenn das Holz getrocknet ist wird nochmals geschliffen und abgebürstet und dann kann mit der neuen Lackierung begonnen werden.

Ausbesserung von Fehlstellen

Besonders alte Tische zeigen nach dem Abbeizen Risse auf, weil so mancher Schreiner früher verschiedene Hölzer verwendet hat. Ebenso wie diese Risse sollten auch Spalten und Schraublöcher mit einem handelsüblichen Lackspachtel gefüllt und nach dem Trocknen wieder glatt geschliffen werden.

Lackschichten auftragen

Wie schon erwähnt greift man beim Heimwerken am besten auf einen wasserverdünnbaren Acryllack zurück. Mit diesem Lack werden im Allgemeinen die besten Ergebnisse erzielt, wenn mit Walze und Pinsel gearbeitet wird.

Die beste Verarbeitungstemperatur liegt zwischen 18° und 20°C, wobei auch das Arbeitsgefäß und der Lack die gleiche Temperatur haben sollten.

Gestartet wird mit der Grundierung. Die erste Schicht wird immer als Grundierung bezeichnet, egal, ob es sich um einen Farblack, einen transparenten Lack oder um eine spezielle Grundierung handelt. Dieser wird aufgetragen, um das unterschiedliche Saugvermögen des rohen Holzes auszugleichen, oder zu verhindern das Holzinhaltsstoffe durchschlagen. Die Lacke zuerst mit einem Rührstab gut aufrühren und in eine Lackierwanne (evtl. mit Wechseleinsatz) füllen, wenn mit einer Rolle gearbeitet wird. Es sollten immer mindestes zwei Schichten aufgetragen werden. Wenn der erste Anstrich getrocknet ist, werden die Holzfasern die sich durch die Feuchtigkeit aufgestellt haben mit einem sehr feinen Schleifpapier (z.B. 320er Körnung) leicht, mit sehr wenig Druck abgeschliffen. Der entstandene Staub wird mit einem Staubtuch aufgenommen und die Zweite Farbschicht kann nach entsprechender Trockenzeit aufgetragen werden. Oftmals empfiehlt sich eine dritte Schicht, damit wirklich alle Holzporen gefüllt sind, der Lackfilm gleichmäßig geschlossen und sich der Glanzgrad der Farbe deutlich zeigen kann.

Achtung: Die Trockenzeiten laut Herstellerangabe müssen immer genau eingehalten werden!


Der Arbeitsplatz sollte möglichst staubfrei und windstill sein. Schon kleinste Staubteilchen können sich auf der Oberfläche festsetzen und ein nochmaliges anschleifen und lackierern nötig werden lassen.

Je nachdem wie groß die zu lackierenden Tisch ist, sollte auch genügend Platz zum lackieren und anschließendem Trocknen vorhanden sein. Es ist wichtig, dass der Arbeitsplatz gut gelüftet werden kann und die Temperaturen sich innerhalb der Herstellerangaben bewegen.



1. Materialauswahl

Lacksystem
Am gängigsten sind Acryllacke auf Wasserbasis. Muss der Lack sehr widerstandsfähig sein, benutzt man Lacke auf Lösemittelbasis.

Pinsel/Rolle
Qualität zahlt sich aus! Das Ergebnis wird mit qualitativ hochwertigem Material definitiv besser.

Pinsel
Es gibt viele unterschiedliche Formen und Einsatzbereiche. Für den Tisch ist es sinnvoll einen Flächen- oder Lackierpinsel in entsprechender breite zu besitzen, sowie einen passenden Rundpinsel.
Die Borsten sind entsprechend dem Lack zu wählen. Bei den wasserverdünnnbaren Lacken sollten Kunststoffborsten oder Mischborsten gewählt werden. Für lösemittelhaltige Lacke wählt man Borsten aus Naturmaterialien z.B. Chinaborsten. Damit man lange Freude an seinen hochwertigen Pinseln hat, muss man einige Dinge beachten.

- niemals ungereinigt eintrocknen lassen.
- in Arbeitspausen kann der Pinsel ungesäubert, in einer luftdicht verschlossenen Plastiktüte aufbewahrt werden.
- nach dem Reinigen, den Pinsel auf einer Trockenen Fläche ausstreichen und in Form bringen.
- Vor dem ersten Gebrauch kann es ratsam sein, den Pinsel auf einer glatten Fläche auszustreichen, um eventuell locker sitzende Borsten zu entfernen.

Rollen
Am besten für einen nahtlosen Lackauftrag sind die Rollen mit einem abgerundeten Schaumrand, oder einer insgesamt konkaven Form geeignet. Für Lacke auf Wasserbasis benutzt man Acryl- Roller und für Lacke auf Lösemittelbasis werden Schaumstoffroller benutzt.

Schleifpapier
Hier könnten ganze Abhandlungen geschrieben werden. Wichtig ist, dass man Schleifpapier von unterschiedlicher Körnung (für das entsprechende Schleifwerkzeug) vorrätig haben sollte.

Grobschliff - Sandpapier mit der Körnung 40-60
Zwischenschliff - Sandpapier mit der Körnung 80-120
Endschliff - Sandpapier mit der Körnung 180-240 (evtl. auch feiner)

2. Wie den Lack auftragen
Der Lack muss fließen können, damit eine glatte Oberfläche entstehen kann. Es kann eventuell von Nöten sein den Lack zu verdünnen. Die Lacke können nach Herstellerangabe mit Wasser (Acryllack), oder Lösungsmittel (Kunstharzlack) verdünnt werden. Ideal wäre eine Probefläche, z.B. auf der Tischunterseite.

Bei großen Flächen, wie der Tischplatte, fängt man in einer Ecke an und arbeitet sich schrittweise vor. Die Rolle wird in der Farbe getränkt und auf der Abstreichfläche ausgerollt. Die Farbe wird jetzt in eine Richtung aufgetragen und schließlich quer zum ersten Auftrag vertrieben. Zum Schluß wird nochmal in der ursprünglichen Richtung mit sehr wenig Druck ausgestrichen, wobei sich kleine Bläschen gut beseitigen lassen. Der erste Auftrag erfolgt im Idealfall zur Maserrichtung. Die Beine werden am besten mit einem Pinsel gestrichen, genau wie die Ecken auf der Tischunterseite.

3. Trockenzeiten
Im Vorfeld sollte man sich schon Gedanken darüber machen, in welcher Reihenfolge die Teile gestrichen werden sollen und wo sie trocknen können. Die meisten Lacke brauchen lange zum Trocknen bis der nächste Anstrich möglich ist. Meistens ist nur eine Lackschicht pro Tag möglich. Es bietet sich an, zuerst die Platte von oben zu streichen.


Die benötigten Lackmengen lassen sich sehr gut berechnen und die meisten Lacke gibt es in vielen unterschiedlichen Gebindegrößen. Kleine Reste sollte man für eventuelle Ausbesserungsarbeiten beschriften und luftdicht verschlossen zurückstellen. Abgelaufene, ranzige oder komplett eingetrocknete Lackreste müssen entsorgt werden.

Restentleerte Gebinde: Gelber Sack
Komplett eingetrocknete Lackreste: Hausmüll
Gebinde mit Inhalt: häufig nur als Sondermüll, über die örtlichen Entsorgungsstellen zu entsorgen.


WAS KOSTET EIN MALER UND LACKIERER?

Kosten Lackierer:
Auch hier gilt:“ Gute, qualitativ hochwertige Arbeit hat ihren Preis“! Wer auf Nummer sicher gehen will und die Auswahl der Farbe, die richtige und saubere Verarbeitung dem Profi überlassen möchte, muss die Preise vergleichen und sich Angebote einholen.


Kosten DIY:
Auch hier gibt es einige Faktoren die die Kosten variieren lassen. Wie schon erwähnt gibt es sehr viele unterschiedliche Lacke hinsichtlich ihrer Zusammensetzung und Einsatzzwecke. Natürlich gibt es auch sehr viele unterschiedliche Preise. Hat man den Lack gefunden, der für den gedachten Einsatzzweck geeignet ist. Sollte hier nicht am falschen Ende gespart werden. Qualität hat nun mal ihren Preis. Das Ergebnis soll schließlich lange halten und schön aussehen! Wichtig: sollen größere Flächen lackiert werden, sollte der Verbrauch im Vorfeld berechnet werden. Auf diese Weise werden Farbabweichungen durch unterschiedliche Chargen vermieden. Das eingesetzte Werkzeug und Material, wenn es denn neu angescha ff t werden muss (oder geliehen), kann die Projektkosten ebenfalls unerwartet in die Höhe treiben. Das einzige was hier nicht in die Berechnung fällt ist die eingesetzte Zeit.

 

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